Bank-Mail prüfen – echt oder gefälscht?
Viele Betrugsversuche geben sich als Nachricht von Banken, Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken aus. Bevor Sie auf einen Link klicken oder Daten eingeben, sollten Sie die Mail prüfen.
So gehen Sie vor
- Schauen Sie zuerst, ob die Mail zu Ihrer aktuellen Situation passt (z. B. wirklich eine Änderung nötig?).
- Vergleichen Sie die Absenderadresse mit früheren echten Bank-Mails.
- Fügen Sie Text und Links der Nachricht in Betrugs-Checker ein.
Typische Warnzeichen
- Bank fordert Sie per Mail auf, PIN oder TAN einzugeben.
- Drohung mit sofortiger Kontosperrung oder Gebühren bei Nicht-Reaktion.
- Ungewohnte Schreibweise des Banknamens oder der Internetadresse.
- Link führt nicht auf die offizielle Bankwebseite.
- Keine persönliche Anrede oder Kundennummer in der Mail.
Wie Banken wirklich mit Ihnen kommunizieren
Banken und Sparkassen haben für vertrauliche Mitteilungen einen eigenen Kanal: das Postfach im Online-Banking oder die Banking-App. Dort finden Sie Kontoauszüge, AGB-Änderungen, Sicherheitshinweise und Nachrichten Ihrer Beraterin. Per E-Mail versenden Banken höchstens den Hinweis, dass eine neue Nachricht im Postfach liegt – ohne Link zur Anmeldung, ohne Anhang, ohne Datenabfrage.
Daraus folgt eine einfache Regel: Jede Bank-Mail, die Sie zum Einloggen über einen Link, zur Eingabe von PIN, TAN oder Kartendaten oder zum Öffnen eines Anhangs auffordert, ist Phishing. Das gilt für ING, DKB, Commerzbank, Postbank, Volksbanken, Sparkassen, N26, Targobank, Comdirect, Consorsbank und alle anderen Institute.
Für Sparkassen-Kunden gibt es eine eigene Prüfseite: Sparkasse-Mail prüfen.
Aktuelle Vorwände in Bank-Phishing-Mails
- „Ihr TAN-Verfahren läuft ab“ – pushTAN, photoTAN, SecureGo oder appTAN müssten „erneuert“ werden. Tatsächlich richten Sie das Verfahren nur in der App ein, nie über einen Mail-Link.
- „Konto eingeschränkt / gesperrt“ – wegen „ungewöhnlicher Aktivitäten“, „fehlender Legitimation“ oder „neuer EU-Richtlinie“. Prüfen Sie den Status ausschließlich in der App.
- „Datenaktualisierung erforderlich“ – Adresse, Telefonnummer, Ausweis „bestätigen“. Banken fragen das im Online-Banking-Postfach oder per Brief ab.
- „Neue Karte / Kartenaustausch“ – Sie sollen die alte Karte „deaktivieren“ und Kartendaten eingeben.
- „Verdächtige Überweisung stoppen“ – der Link führt auf eine Login-Kopie; oft folgt ein Anruf, der Sie zur TAN-Freigabe drängt.
„Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, aus Sicherheitsgründen wurde Ihr Online-Banking vorübergehend eingeschränkt. Bitte bestätigen Sie Ihre Identität innerhalb von 48 Stunden, um die Sperrung aufzuheben.“
So sieht der Klassiker aus – unpersönliche Anrede, Frist, Drohung, Link.
Echt oder Phishing? Absender im Vergleich
| Bank | Echte Domains (Beispiele) | Typische Fälschungen |
|---|---|---|
| ING | ing.de | ing-sicherheit.de, ing-kundenservice.com |
| DKB | dkb.de | dkb-banking-online.com, dkb-de.info |
| Commerzbank | commerzbank.de | commerzbank-service.net |
| Postbank | postbank.de | postbank-sicherheit.com |
| Volksbank / Raiffeisenbank | vr.de, name-der-bank.de | volksbank-online-de.com, vr-sicher.net |
| Sparkasse | sparkasse.de, name-der-sparkasse.de | sparkasse-kundencenter.com |
| N26 | n26.com | n26-support.de |
Lesen Sie die Domain immer von rechts: „ing.de.sicherheit-check.com“ gehört zu „sicherheit-check.com“. Anzeigenamen wie „ING Sicherheitsteam“ sind frei wählbar und beweisen nichts.
Der Bank-Mail-Check prüft Absenderdomain, Link-Ziele und bekannte Phishing-Muster automatisch – fügen Sie den Mail-Text oben ein.
Der Anruf nach der Mail: die zweite Stufe
Viele Bank-Phishing-Kampagnen sind zweistufig. Nach der Eingabe Ihrer Daten auf der gefälschten Seite ruft ein „Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung“ an – mit gefälschter Rufnummer der Bank im Display. Er hat angeblich einen Betrugsversuch gestoppt und braucht nur noch eine TAN-Freigabe „zur Stornierung“. Diese Freigabe bestätigt in Wahrheit die Überweisung der Täter.
Regel: Keine TAN, keine Freigabe in der App auf Aufforderung eines Anrufers – niemals. Legen Sie auf und rufen Sie Ihre Bank über die Nummer auf der Karte an. Was bei Telefonbetrug sonst gilt, lesen Sie unter Enkeltrick und Schockanruf und KI-Agenten-Betrug.
Ausführlicher Ratgeber
- Phishing-Mails erkennen: Merkmale, Beispiele und was nach dem Klick zu tun ist – Phishing-Mails sehen heute aus wie echte Nachrichten Ihrer Bank, von PayPal oder DHL. Dieser Ratgeber zeigt die Merkmale, an denen Sie sie trotzdem erkennen, was Sie nach einem Klick tun müssen und wo Sie Phishing melden.
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Häufige Fragen
Schickt meine Bank E-Mails mit Links zum Online-Banking?
Seriöse Banken verweisen höchstens auf ihr Postfach im Online-Banking, ohne Anmelde-Link, Anhang oder Datenabfrage. Mails mit Login-Link, Fristen oder der Bitte um PIN, TAN oder Kartendaten sind Phishing – unabhängig davon, wie echt Logo und Absendername wirken.
Woran erkenne ich eine gefälschte Bank-Mail?
An der Absenderdomain (nicht der bekannten Hauptdomain), am Link-Ziel, an unpersönlicher Anrede, Zeitdruck und der Aufforderung, sich über einen Link anzumelden oder Daten zu bestätigen. Im Zweifel prüfen Sie den Kontostatus nur in der Banking-App.
Ich habe meine Zugangsdaten auf einer Bank-Seite eingegeben – was tun?
Rufen Sie sofort Ihre Bank über die Nummer auf der Karte oder Website an und lassen Sie den Online-Banking-Zugang sperren. Ändern Sie das Passwort, prüfen Sie Umsätze und erstatten Sie Anzeige. Geben Sie keinesfalls TANs an Anrufer weiter, die sich als Bank ausgeben.
Was ist, wenn die Mail von der echten Bankadresse kommt?
Absenderadressen lassen sich fälschen (Spoofing). Entscheidend sind Link-Ziel und Aufforderung. Loggen Sie sich nie über Links aus Mails ein – nur über App oder selbst eingetippte Adresse. Der Bank-Mail-Check prüft die Kopfzeilen, wenn Sie die Mail weiterleiten.
Wo melde ich Bank-Phishing?
Bei Ihrer Bank über die bekannte Service-Adresse, beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale (phishing@verbraucherzentrale.nrw) und über die Melden-Funktion Ihres E-Mail-Programms. Bei Schaden zusätzlich Anzeige bei der Polizei.