Job-Scamming: Wenn die Traumstelle zum Albtraum wird

Vorsicht vor Job-Scamming: Betrüger nutzen gefälschte Stellenanzeigen für Identitätsdiebstahl und Geldwäsche. So schützen Sie sich vor Fake-Jobs.

Von der Betrugs-Checker-Redaktion · Aktualisiert:

Link prüfen – Kostenloser Schnell-Check · ohne Anmeldung

Was ist Job-Scamming und wie funktioniert es?

Die Suche nach einem neuen Job findet heute fast ausschließlich online statt. Das nutzen Kriminelle schamlos aus: Unter dem Namen bekannter Unternehmen oder als vermeintliche Personalvermittler schalten sie professionell wirkende Stellenanzeigen auf Portalen wie LinkedIn, Indeed oder in sozialen Netzwerken. Diese Form des Betrugs wird als "Job-Scamming" bezeichnet.

Das Ziel der Betrüger ist dabei nicht die Vermittlung einer Arbeit, sondern der Diebstahl Ihrer Identität oder Ihres Geldes. Oft klingen die Angebote verlockend: Hohes Gehalt, volle Flexibilität im Homeoffice und kaum Anforderungen an die Qualifikation. Doch hinter der glänzenden Fassade lauert eine Falle.

Die Masche: Vom Vorstellungsgespräch zum Identitätsdiebstahl

Der Betrug läuft meist nach einem ähnlichen Muster ab. Nach einer schnellen Bewerbung erhalten die Opfer umgehend eine Zusage – oft ohne echtes Vorstellungsgespräch oder nur nach einem kurzen Chat-Kontakt. Dann folgt die Aufforderung, die für den "Arbeitsvertrag" notwendigen Daten zu übermitteln.

Gefährliches Video-Ident-Verfahren

Besonders perfide ist die Masche mit dem Video-Ident-Verfahren. Die Betrüger behaupten, man müsse seine Identität für den künftigen Arbeitgeber oder eine Sicherheitsprüfung bestätigen. In Wahrheit eröffnen die Opfer während dieses Prozesses ein Bankkonto bei einer Online-Bank (z.B. N26 oder Solaris), über das sie später keine Kontrolle haben. Dieses Konto nutzen die Kriminellen dann für Geldwäsche oder als Empfängerkonto für Fake-Shops.

Diebstahl von Ausweisdokumenten

Häufig verlangen die Scammer auch Kopien des Personalausweises, der Sozialversicherungskarte oder des Führerscheins per E-Mail oder WhatsApp. Mit diesen Dokumenten können die Täter in Ihrem Namen Verträge abschließen, Kredite beantragen oder Waren auf Rechnung bestellen (Identitätsdiebstahl).

Finanzielle Abzocke durch Vorauszahlungen

In einer anderen Variante des Job-Scammings werden Bewerber aufgefordert, vorab Geld zu überweisen. Begründet wird dies beispielsweise mit Kosten für:

  • Ein polizeiliches Führungszeugnis, das über einen speziellen Link beantragt werden soll.
  • Die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien wie Laptop oder Software.
  • Spezielle Schulungen oder Zertifikate, die für den Job nötig seien.

Sobald das Geld überwiesen ist, bricht der Kontakt ab. Die versprochene Hardware oder der Job existieren nicht.

Was tun, wenn man bereits Opfer geworden ist?

Wenn Sie bereits Daten übermittelt oder Geld gezahlt haben, sollten Sie schnell handeln. Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei – dies ist oft auch online möglich. Informieren Sie Ihre Bank, falls Sie ein Video-Ident-Verfahren durchgeführt haben, damit das betreffende Konto gesperrt werden kann. Behalten Sie zudem Ihre Kontobewegungen genau im Auge und prüfen Sie, ob in Ihrem Namen unberechtigte Bestellungen getätigt wurden.

Warnzeichen

  • Der Kontakt findet ausschließlich über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram statt.
  • Das Gehalt ist für die geforderte Tätigkeit ungewöhnlich hoch.
  • Sie sollen ein Video-Ident-Verfahren zur "Kontenfreischaltung" durchführen.
  • Die Stellenzusage erfolgt extrem schnell, ohne persönliches oder ausführliches Gespräch.
  • Es werden Vorab-Zahlungen für Arbeitsmittel oder "Prüfgebühren" verlangt.

So schützen Sie sich

  • Geben Sie niemals Ausweiskopien oder sensible Daten per WhatsApp oder E-Mail an unbekannte Firmen weiter.
  • Seien Sie skeptisch bei Jobangeboten, die viel Geld für wenig Arbeit versprechen.
  • Führen Sie niemals ein Video-Ident-Verfahren durch, dessen Zweck nicht absolut klar und über die offizielle Bankseite verifiziert ist.
  • Recherchieren Sie das Unternehmen: Gibt es ein Impressum, eine echte Telefonnummer und seriöse Website?
  • Zahlen Sie niemals Geld vorab (Vorkasse) für Arbeitsmaterialien oder Schulungen.

Quellen

Weitere aktuelle Warnungen

Mehr zum Thema